Rezension: Qigong in Alltag und Beruf. Qualitätsstandard und Anwendungsmöglichkeiten – Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals

„Qigong in Alltag und Beruf“ ist der Kongressband zu den neunten Deutschen Qigong-Tagen aus dem Jahr 2010. Thema der Veranstaltung war die Frage nach den Grenzen und Möglichkeiten der Integration von Qigong in den Alltag sowie die Frage nach möglichen Qualitätsstandards für Qigong im Beruf.

Qigong in Alltag und Beruf. Qualitätsstandard und Qigong in Alltag und BerufAnwendungsmöglichkeiten.

– Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals

Juli 2011

ISBN: 978-3-9808747-7-9

ISSN: 1611-1702

Herausgeber: Helmut Oberlack

1. Zusammenfassung und Inhalt

Qigong wird von zahlreichen Menschen alltäglich geübt. Für viele ist es ein fester Bestandteil der eigenen Lebenspflege geworden. Und auch beruflich wenden sich immer mehr Menschen dem Qigong zu. An diese Beobachtung knüpften die neunten Deutschen Qigong-Tage im Jahr 2010 an. Das Special liefert in 28 Artikeln eine Zusammenfassung der Kongressthemen und gibt Aussichten auf künftige Entwicklungstendenzen des Qigong.

Inhalt

Editorial

Kooperationspartner des Taijiquan & Qigong Journals

Vorwort

Nachdenken über Werte und Bewertungen

Qualitätssicherung

– zwischen Sehnsüchten, Versprechungen und Erwartungen

Von Prof. Dr. Wilfried Belschner

Qualitätsstandards für Ausbildungen in Qigong

Von Michael Puschitzky

Die acht Prinzipien – Qualitätssicherung im Qigong-Kurs

Von Cornelia Grob

Die drei methodischen Grundlagen des Qigong

Von Foen Tjoeng Lie

Vom Quantum der Einheit

Qigong in der Naturwissenschaft

Von Dr. Imke Bock-Möbius

Qigong und Selbstentfaltung

Das Wahre, Gute und Schöne

Von Franz Redl

Qigong – Erwachsenenbildung für Gesundheit und Persönlichkeit

Von Christian Auerbach

Beitragen zum Wandel in den Institutionen

Qigong-Kurse in der Schulmedizin

– ein kleiner Beitrag zum großen Wandel

Von Sabine Fischer-Ward

Qigong in der Suchttherapie

Über den erfolgreichen Einsatz von Qigong in der Arbeit mit Abhängigen

Von Paul Shoju Schwerdt

Psychodynamisches Modell der fünf Wandlungen

Von Dr. Christian Dewanger

Sport– Wellness – Qigong. Passt das zusammen?

Von Marion Glogowsky

Qigong im konkreten Therapieeinsatz

Qigong – eine der fünf Säulen der chinesischen Medizin

Erfahrungen mit den Übungen des Nei Yang Gong am Beispiel Hypertonus

Von Dr. med. Anna Mietzner

Qigong bei Tinnitus: »wenn’s im Ohr klingelt …«

Von Marianne Wegener

Auf dem Weg zu einem stabilen Selbstwertgefühl

– Qigong in der Psychotherapie

Von Katrin Blumenberg

Qigong-Yangsheng-Übungen in der Begleitbehandlung von Migräne und

Spannungskopfschmerz

Von Dr. med. Elisabeth Friedrichs

Energiemanagement für Berufstätige: Resilienz statt Burn-Out

Die Qi-Formel für gesunde Mitarbeiter

Qigong und Resilienz in Zeiten der Krise

von Ulla-Catarina-Lichter und Awai Cheung

Energie-Management in Pflegeberufen

Von Armin Fischwenger

Qigong als Prophylaxe und unterstützende Maßnahme bei Burn-out

Von Christiane Stadler

Vom Stress zur Herzenskraft

Chan Mi Gong für Unternehmen

Von Dr. Zuzana Sebkova-Thaller

Qigong in sozialen Feldern: Sportler, Kinder, Senioren

Jing Gong im Sitzen für Senioren

Von Manuela Jacob

Spiral-Qigong im Sportlertraining und allgemeine Möglichkeiten von Qigong im Sport

Von Egwin Ertl

Qigong is’ nix für Männer

Von Ralf Jakob

Qigong im Klassenzimmer

Von Dietlind Zimmermann

Qigong für Kinder: »Das Spiel der Tiere«

Von Harald Hasenöhrl

Kreativität und Heilung – Inspirationen durch und mit Qigong

Qigong Dancing® – Die Arbeit mit den Tierbildern

Von Gertrud Schröder

Qigong und Stimme

Von Evemarie Haupt

Die Verbindung von Qigong und darstellendem Spiel für schöpferische Gruppenprozesse

Von Peter Fehr

»Auf Wolken gebettet« – Qigong für die Hospizarbeit

Von Isolde Schwarz

Branchenbuch

Impressum

2. Einordnung

„Qigong in Alltag und Beruf“ stellt längst aufgekommene Fragen in den Vordergrund – Fragen nach Bewertungsmaßstäben, nach Qualitätsstandards, nach schulmedizinischen Einsichten, nach der Vereinbarkeit von Wellness und Qigong, nach den Chancen von Qigong im therapeutischen Alltag und im Berufsleben zur Prävention von Burn-out. Da Qigong auch in Sozial- und Pflegeeinrichtungen angewendet wird, widmet sich ein ganzer Teil des Heftes der Frage, wie Qigong mit Senioren und Kindern aussehen kann. Weiterhin werden eher untypische Einsatzgebiete des Qigong vorgestellt – beispielswiese Qigong im darstellenden Spiel oder in der Hospizarbeit.

Diese Inhalte machen deutlich, dass sich dieses Heft nicht an Einsteiger richtet. Zwar können auch Anfänger und Interessierte einen Gewinn aus dem Heft ziehen, aber die Zielgruppe scheint klar zu sein: professionelle Taiji & Qigong-Lehrer in Deutschland. Es werden nicht nur theoretische Grundlagen dargestellt bzw. untersucht, sondern auch Hinweise für den praktischen Arbeitsalltag gegeben. Hierbei hat mich vor allem der Ansatz der Hospizarbeit neugierig gemacht. Ich bin zwar selbst nicht in diesem Bereich tätig, kann mir aber durchaus die Schwere dieser Arbeit vorstellen. Qigong in der Sterbebegleitung ist für mich vor allem mit einem Perspektivwechsel verbunden. In dem Artikel heißt es: „Vom Krankenzimmer zum ,Gesundungszimmer‘“. Die Autorin berichtet von einem persönlichen Erlebnis und beschreibt dabei die Wirkung, die Qigong auf kranke Menschen haben kann.

Es werden nicht nur die unzähligen Bereiche erwähnt, in denen Qigong eingesetzt wird bzw. eingesetzt werden kann, sondern auch die Vielfalt der Wirkungen, die regelmäßiges Qigong-Üben nach sich zieht. Ich denke, dass das Heft einen wichtigen Beitrag zur Standortbestimmung des Qigong leistet.

3. Bewertung

Die Frage nach der Qualitätssicherung und nach Bildungsstandards im Qigong wird immer wieder – teilweise auch sehr heftig – diskutiert. Darum war es mir eine Freude, Texte zu lesen, die sich sachlich an eine doch recht brenzlige Frage annähern. Mich hat die Vielfalt beeindruckt, mit der ein einziges Thema bearbeitet wurde. Die Autoren wurden aus unterschiedlichen Branchen herangezogen, und so sind auch Texte mit völlig verschiedenen Ansätzen und Inhalten in der Zeitschrift vorzufinden. Ich denke, dass es nicht leicht ist, als Anfänger oder Laie die Texte in ihrer Ganzheit zu verstehen, weil schon ein gewisses Vorwissen notwendig ist – gerade im Hinblick auf die theoretischen Diskussionen. Ansonsten empfehle ich, einfach die Artikel zu lesen, die einen persönlich interessieren. Alles in allem gibt das Heft einen sehr guten Überblick über die Anwendbarkeit von Qigong in unterschiedlichen Bereichen.

Rezensent: Christoph Eydt

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