Tai Chi Anfänger

Antworten auf häufig gestellte Fragen von Tai Chi Einsteigern

Tai Chi Übung "Einfache Peitsche"Sie möchten mit Tai Chi anfangen und suchen Informationen? Hier finden Sie Tipps und Orientierungshilfen für Anfänger. Es gibt viele verschiedene Arten und Herangehensweisen Tai Chi zu unterrichten. Die Palette reicht von esoterisch bis hin zur realistischen Selbstverteidigung. Die folgenden Texte sollen einen Überblick und Entscheidungshilfen geben. Lesen Sie auch die Erfahrungsberichte auf den Folgeseiten!

Was ist eigentlich Tai Chi (Taiji)?

Tai Chi (Taiji) ist die umgangssprachliche Abkürzung für „Tai Chi Chuan“ oder auch „Tajiquan“ und wird etwa so: „Dei Dschi Tschüan“ ausgesprochen. Es wird auch als Meditation in Bewegung oder Schattenboxen bezeichnet. Gemeint ist eine chinesische Kampf- und Bewegungskunst, die zumindest in Deutschland hauptsächlich wegen ihres Gesundheitsaspektes ausgeübt wird. In China ist es seit dem letzten Jahrhundert ein Volkssport. Die philosophischen Wurzeln liegen im Taoismus, der Lehre des Tao (Weg), und gehen auf Laotses Schrift, das Tao Te King, zurück. Das Tai-Chi-Symbol ist das Yin-und-Yang Zeichen und steht für das Dualismusprinzip. Hauptaspekte des Tai Chi Chuan sind Gesundheit, Meditation (Konzentration) und Kampfkunst. Die Übungen haben zum Ziel, Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. Die Bewegungen sind so konzipiert, dass eine gute Körperstatik durch Optimierung der Gelenkstellungen erreicht wird. So wird eine gute Körperstatik hergestellt, was der Muskulatur ermöglicht, ihre Aufgaben optimal zu erfüllen. Das begünstigt die Entspannungsfähigkeit des Körpers und des Geistes. Im Laufe der Zeit wird die Atmung vertieft- die Atemzüge werden ruhiger und länger- der Geist kann sich beruhigen und sammeln. Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel „Was ist Tai Chi?

Warum gibt es verschiedene Schreibweisen von Tai Chi Chuan (Taijiquan)?

taijiquan-2Die verschiedenen Schreibweisen bedeuten in der Regel alle das Gleiche. Hier einige Beispiele: Tai Chi (Chuan), Taiji (Quan), T’ai Chi, Tài Jí, Thai Chi, Taichi, T’ai Chi Ch’uan, Tàijíquán, T’ai-chi-ch’üan usw.

Der Grund für die unterschiedlichen Schreibweisen liegt in der chinesischen Sprache, Denk- und Aufzeichnungsweise. Sie unterscheidet sich grundlegend von der westlichen Art. Diese in andere Sprachen bzw. Schriften zu übertragen ist eine Herausforderung. Dazu wurden im Laufe der Zeit verschiedene Systeme entwickelt, wie die Wade-Giles-Umschrift von 1931. Hiernach ist die Schreibweise „T’ai Chi Ch’üan“. Die dabei recht umständliche Verwendung von Apostrophen, Bindestrichen und des in den meisten Sprachen unbekannten Buchstabens „Ü“ führte sehr wahrscheinlich der Einfachheit halber zu Schreibweisen wie „Tai Chi“ und „Tai Chi Chuan“. Im Jahre 1958 wurde in China die sogenannte Pinyin-Umschrift offiziell eingeführt und ist seit 1982 Standard. Nach diesem System schreibt man es zwar „Taijiquan“, doch in Deutschland bzw. im Westen ist „Tai Chi Chuan“ am gebräuchlichsten. Deshalb verwenden wir hauptsächlich diese Schreibweise in unseren Artikeln. Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel zum Thema: „Die Schriftzeichen im Detail

Was bedeutet Tai-Chi-Form?

Die Abfolge einzelner Tai-Chi-Übungen (Bewegungen, Stellungen, Figuren, Bilder) wird als Form bezeichnet. Sie begleitet den Tai-Chi-Praktizierenden während der gesamten Zeit. Beim Üben der Bewegungen werden die Prinzipien, die einer jeden Form zugrunde liegen, wiederholt geübt und verinnerlicht.

Im Tai Chi gibt es verschiedene Haupt- und zahlreiche Nebenstile. Entsprechend unterschiedlich sehen die Bewegungsabläufe aus: Je nach Stil wird eine Form mal mit ausladenen, mal mit kleineren Bewegungen in unterschiedlich hohen Körperstellungen ausgeführt.

Kurze Form

Ursprünglich gab es im Tai Chi nur lange Formen, die je nach Ausführung bis zu anderthalb Stunden für einen Durchlauf in Anspruch nehmen konnten. Da jedoch immer weniger Menschen die Zeit finden, derart komplexe Bewegungsabläufe zu erlernen, wurden im letzten Jahrhundert die sogenannten Kurzformen entwickelt, deren Dauer von 5 bis 15 Minuten variiert und somit Tai Chi einem breiteren Publikum zugänglich macht. Die bekanntesten sind wohl die 37 Stellungen nach Prof. Cheng Man Ching und die 24er-Peking-Form. Neben den Kurz- und Langformen gibt es auch Partner- und Waffenformen.

Namen der Tai-Chi-Übungen

Tai-Chi-Bewegungen haben verschiedene Bezeichnungen, die meist Hinweise auf den Kampfkunstsaspekt der Übungen enthalten: „Schulterstoß“ oder „Drehung und Tritt mit der Ferse“. Es gibt aber auch charakterisierende oder poetische Namen, wie beispielsweise „Die Schlange kriecht nach unten“, „Der Weiße Kranich breitet seinen Flügel aus“ oder „Den Tiger umarmen und zum Berg zurückkehren“. Chinesische Schriftzeichen sind vielfältig interpretierbar. Daher haben auch die Namen der Bewegungen oft eine weiter gehende und tiefere Bedeutung, als es Übersetzungen in die deutsche Sprache wiederzugeben vermögen. Eine bildhafte Umschreibung weckt Assoziationen und kann dadurch den Zugang zu den inneren Vorgängen erleichtern, die der jeweiligen Übung zugrunde liegen.

Gründe Tai Chi zu üben

Die häufigsten Motive für Anfänger sind: Rücken- und Nackenprobleme, Stress, relaxen, Rehabilitation nach einer Krankheit oder einfach wieder „in den Fluss“ zu kommen. Weitere Stichworte sind: Meditation, Ruhe, Gelassenheit, die Mitte finden,  gesunde Atmung (Bauch- oder Zwerchfellatmung), Haltungsfehler korrigieren.

Die Ästhetik der anmutigen und langsamen Bewegungen sprechen ebenfalls viele Interessierte an. Auch der Aspekt der Selbstverteidigung spielt bei der Entscheidung für Tai Chi eine nicht zu unterschätzende Rolle. Für viele wird Tai Chi nach einiger Zeit ein Lebensweg und sie beschäftigen sich auch mit der Philosophie des Tai Chi Chuan, dem Daoismus.




Tipp: Tai Chi Lehrer aus Deutschland beantworten die Frage: Warum machst Du Tai Chi?

Welche Risiken gibt es?

Generell kann Tai Chi von jedem risikolos geübt werden, der guten Unterricht bekommt. Unerwünschte Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wer sich langsam bewegen kann, kann auch Tai Chi praktizieren! Tai Chi kann den Bedürfnissen der Übenden angepasst werden. Es gibt spezielle Kurse für Kinder, Senioren, Parkinsonpatienten und Behinderte. Durch den relativ tiefen Stand sollte aber auf eine korrekte und stabile Haltung, insbesondere der Knie, geachtet werden, um Schädigungen in Gelenken vorzubeugen. Ein guter Tai Chi Lehrer wird hierauf besonderes Augenmerk richten.

Um möglichen Nebenwirkungen vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, dass die Übenden lernen, in ihren Körper hineinzuhorchen. Der Körper gibt eindeutige Signale, welche Haltungen und Bewegungen gut sind und welche nicht.

Heilt Tai Chi Krankheiten?

Tai Chi Chuan ist eine „ganzheitliche“ Methode der Gesunderhaltung und wird in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als gesundheitsfördernde und erhaltende Methode eingesetzt. Es stimuliert die Selbstheilungskräfte. Gerade bei allgemeiner Schlaffheit, chronischer Müdigkeit, Einschränkungen im Bewegungsapparat oder einer Schwäche des Immunsystems soll das Praktizieren dieser Bewegungskunst helfen. In erster Linie wird es zur Unterstützung des Heilprozesses eingesetzt. Bei psychischen Erkrankungen sollte in jedem Fall zuerst der behandelnde Arzt befragt werden, ob ein Üben sinnvoll ist.

Ausführlicher Artikel zum Thema: „Tai Chi/ Qigong und Gesundheit

Wie lange muss ich Tai Chi Üben, um einen Effekt zu erzielen?

Die Auswirkungen von Tai Chi Übungen sind sehr individuell. Manche Teilnehmer bemerken schon nach der ersten Unterrichtseinheit positive Veränderungen. Bei anderen stellen sich erst nach einigen Wochen des regelmäßigen Übens Effekte ein.

Viele Kursteilnehmer empfinden die langsamen, fließenden Bewegungen schon nach kurzer Zeit als sehr wohltuend und ausgleichend. Das Geheimnis liegt sicher in der Regelmäßigkeit des Übens. Die Veränderungen, die durch das Üben dieser Bewegungskunst eintreten, brauchen Zeit. Meist werden die Effekte erst bemerkt, wenn man eine Pause von mehreren Tagen einlegt und alte Beschwerden oder Unwohlsein wiederkehren.

Wie lange dauert ein Tai Chi Kurs?

Es werden Tai Chi Einsteiger- oder Schnupperkurse von unterschiedlicher Dauer angeboten. Krankenkassen, Volkshochschulen (VHS), Tai Chi Schulen und Vereine bieten häufig 8- 12 Wochenkurse an. Dies kann aber nur eine Einführung, die der Orientierung dient, sein.  Wenn man Tai Chi Chuan in allen seinen Facetten erlernen will, muss man es regelmäßig einige Jahre praktizieren.

Wie oft und wie lange sollte man üben?

11-06-02_0618Es ist wie mit vielen Dingen im Leben: Je mehr man investiert, umso mehr kommt dabei heraus. Wünschenswert wäre ein regelmäßiges, tägliches Üben. Morgens und abends 10- 20 Minuten Tai Chi Praxis werden schon nach kurzer Zeit einen Effekt erzielen.

Wenn der Übende nur ein- bis zweimal die Woche zu seinem Tai Chi Kurs geht und sonst nicht übt, wird er wahrscheinlich nicht tief in die Materie vordringen.

Am Anfang braucht es sicherlich viel Disziplin, um täglich zu üben. Aber bereits nach wenigen Wochen werden die Tai Chi Übungen ein fester Bestandteil des Tagesablaufs. Das Können und Wissen alleine bewirkt nichts! Man muss es auch Anwenden- sprich ÜBEN!

Braucht man einen Tai Chi –Anzug oder -Schuhe?

Es reicht, bequeme Kleidung und Schuhe zu tragen. Traditionell und bei Turnieren werden Seiden- oder Baumwollanzüge getragen. Generell gibt es allerdings keine Kleiderordnung. Die meisten Praktizierenden üben in bequemer, lockerer Kleidung oder in Trainingsanzügen. Tai Chi Schuhe: Der Klassiker sind Tai Chi Schuhe aus Stoff mit Baumwollsohle. Manche tragen auch Tai Chi Schuhe mit Gummisohle oder Turnschuhe. Es gibt auch die „Sockenfraktion“ gefolgt von den Barfüßlern.

Ein Vorteil des Tai Chi Chuan ist sicherlich, dass man keine besondere Ausrüstung und nur wenig Platz zum Üben benötigt. So kann man es an nahezu jedem Ort und ohne besondere Vorbereitungen praktizieren!

Was bedeuten die verschiedenen Stile?

Es gibt viele Stile des Tai Chi Chuan, z. B. Chen-, Yang, Wu-, Sun, Fu- Stil. Die grundlegenden Prinzipien sind gleich. Jeder dieser Stile hat seine Besonderheiten. So hat z. B. der Chen- Stil, der älteste Tai Chi Stil, explosionsartige Bewegungen und Fußstampfen sowie Sprünge in seiner 2. Form. Im Yang- Stil wurden die explosionsartigen Teile aus der Form entfernt und er zeichnet sich durch langsame, fließende Bewegungen aus. Die schnelleren Bewegungen werden in diesem Stil ausschließlich im Kampfkunstaspekt geübt. Lesen Sie hier einen ausführliche Artikel zum Thema Tai Chi Stile.

Was ist der Unterschied zwischen Tai Chi und Qigong?

Qigong bedeutet übersetzt „Energiearbeit“. Hierzulande versteht man unter dem Begriff „Qigong“ eine Sammlung von verschiedenen Übungen, wie z. B. Dehn- und Atemübungen. Es gibt zahlreiche Qigongsysteme. Die bekanntesten Qigongübungen in Deutschland sind die „8 Brokate“.

Das Tai Chi Chuan hat die gleichen philosophischen Wurzeln, ist aber ein komplexes und eigenständiges Übungssystem. Die Energiearbeit im Tai Chi Chuan wird traditionell für die Kampfkunst genutzt. Da dieser Aspekt nur noch von den wenigsten Tai Chi Übenden trainiert wird, könnte man auch sagen, dass Tai Chi und Qigong das „Gleiche“ sind oder wenn Tai Chi ohne Kampfkunstaspekt geübt wird, ist es Qigong. Lesen Sie hier einen Ausführlichen Artikel zum Thema Unterschied zwischen Tai Chi und Qigong.

Was ist authentisches Tai Chi?

Einige Schulen oder Systeme werben mit einem authentischen, klassischen oder traditionellen Tai Chi Chuan Stil. Gemeint ist damit meist ein Familienstil, der seit vielen Generationen besteht, z. B. der Yang -Stil. Diese Begriffe sagen nicht zwingend etwas über die Qualität der Unterrichtsinhalte aus. Es gibt auch einige authentische Stile die Ihren Schülern den Austausch mit Übenden anderer Stile untersagen, um angeblich die Reinheit des jeweiligen Stils sicherzustellen. Dies steht im Widerspruch zu der offenen geistigen Haltung der zugrundeliegenden Philosophie. Tai Chi hat einen sehr pragmatischen Ansatz: Wenn es nicht funktioniert, stimmt was nicht und es muss ein andere Weg gefunden werden.

In diesem Zusammenhang hört man auch oft von „geheimen Wissen“ welches nur wenigen zugänglich sein soll. Es gibt keine Geheimnisse! Das größte Geheimnis ist wohl, dass bestimmte Fertigkeiten nur durch beharrliches Üben, einem guten Lehrer und Austausch mit vielen anderen der jeweiligen Kunst erlangt werden können. Abgrenzung und Geheimniskrämerei sind dem Tai Chi Chuan nicht hilfreich. Lesen sie hier mehr zum Thema Authentisches Tai Chi.

Wird auch gekämpft?

Tai Chi Chuan (Taijiquan) ist eine Kampfkunst. Das „Chuan/ Quan“ steht für Hand, Faust oder Kampfkunst. Die wenigsten Schulen bieten diesen Aspekt an. Meist werden Push Hands (Tui Shou) Übungen angeboten. Die „Klebenden Hände“ sind die Partnerübung dieser Kunst. Jede Bewegung der Form hat einen direkten Bezug zur Kampfkunst.

Gibt es Gürtelprüfungen oder Graduierungen?

Im Großteil der Tai Chi Systeme gibt es keine Prüfungen oder Graduierungen. In jüngster Zeit gibt es Bestrebungen aus China, im Tai Chi Chuan und Qigong Duangraduierungen einzuführen. Einige Schulen in Deutschland folgen dem auch, aber die Masse lehnt solche Bestrebungen strikt ab. Manche Schulen unterscheiden zwischen Anfängern, Mittestufe und Fortgeschrittenen.

Woran erkennt ein Anfänger einen guten Tai Chi Lehrer?

Der Begriff Tai Chi Lehrer oder „Meister“ ist nicht geschützt. Jeder kann sich Tai Chi Lehrer nennen und eine Schule eröffnen. Es gibt seit einigen Jahren Qualitätsstandards des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan (DDQT). Hat ein Lehrer eine Lehrerlaubnis dieser Organisationen, ist das schon einmal ein gutes Zeichen. Es gibt aber auch gute Tai Chi Lehrer, die nicht diesen Organisationen angeschlossen sind.

Verlassen Sie sich bei der Wahl Ihres Lehrers auf Ihren gesunden Menschenverstand! Besuchen Sie mehrere Schnupperstunden in verschiedenen Schulen und machen Sie sich selbst ein Bild.

Tipps:

Langfristige Verträge am Anfang vermeiden.

Sollte der Lehrer Alleinvetreteransprüche haben, ist Vorsicht geboten.

Der Lehrer sollte viele Jahre Tai Chi betreiben.

Die Vermischung von Tai Chi und Lebensberatung, Coaching u.ä. ist zweifelhaft!

Hohe Kosten sind immer fragwürdig und sollten zumindest am Anfang gemieden werden. Dies betrifft vor allem die Angebote, bei denen versprochen wird, man könne Tai Chi durch den Kauf von Lehr-DVDs o.ä., sowie durch die Kombination von Kursen und Fernstudien erlernen.

Stellen Sie Fragen:

Wie lange unterrichtet der Lehrer schon?

Bildet sich der Lehrer regelmäßig fort?

Fragen Sie andere Schüler nach ihren Erfahrungen.

Suchen Sie Ihren Tai Chi Lehrer sorgfältig aus. Vermeiden Sie das „Hopping“ von Lehrer zu Lehrer- gerade am Anfang ihres Tai Chi Weges. Lernen Sie die ersten Jahre einen Stil und vertiefen Sie diesen. Mit dieser Grundlage können Sie dann über den Tellerrand schauen und andere Stile/ Lehrer ausprobieren. Tai Chi Treffen und Festivals sind eine gute Plattform, um sich mit anderen Tai Chi Übenden auszutauschen oder sich einen Überblick zu verschaffen. Mehr Tipps!

VHS, Verein oder Tai Chi Schule?

Wenn Sie Tai Chi längere Zeit betreiben wollen, sollten Sie darauf achten, dass es in jedem Fall Folgekurse bzw. Unterricht für Fortgeschrittene angeboten werden. Viele Tai Chi Anfänger berichten davon, dass sie einen Kurs absolviert haben und es dann aus Teilnehmermangel keinen Folgekurs mehr gegeben hat. Dies kann Ihnen bei Volkshochschulen, aber auch in Vereinen, Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen passieren. Das kann ärgerlich bis frustrierend sein, da man unter Umständen wieder mit der Suche nach einem geeigneten Kurs beginnen muss. Wenn Sie z. B. aus beruflichen Gründen öfters umziehen müssen, sollten Sie einen Stil oder Verband wählen, der in vielen Städten vertreten ist.

Tai Chi Lehrer/ Tai Chi Kurs finden

Es gibt verschiedene Lehrerdatenbanken im Internet. Vereinzelt findet man Tai Chi Schulen in den Gelben Seiten. Eine Recherche mit Internetsuchmaschinen ist sicherlich der schnellste Weg, eine Schule in Ihrer Nähe zu finden. Sollten Sie dennoch Probleme haben, einen geeigneten Kurs zu finden, besuchen Sie unser Forum und posten Sie dort Ihre Anfrage.

Tipps

Lehrerportal des Taiji Forums

Googlesuche: geben Sie einfach „tai chi und ggf. den Namen Ihrer Stadt“ ein.

Tai Chi Lehrerausbildung

Es gibt mittlerweile zahlreiche Angebote für Tai Chi Chuan Lehrer- und Kursleiterausbildungen. Die Dauer und Qualität schwankt stark.  Der Mindeststandard in Deutschland wird durch die Leitlinien des Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan e. V. (DDQT) festgelegt.

Unterschieden werden 3 Stufen: Kursleiter, Lehrer und Ausbilder.

Selbststudium mit DVDs und Büchern

Tai Chi sollte nicht im Selbststudium erlernt werden! Es gibt Angebote, in denen damit geworben wird, erst Lehrvideos oder DVDs/ Bücher zu bestellen und damit zuhause zu üben, um sich dann in Wochenendkursen korrigieren zu lassen. Angebote, die dies versprechen, sind zweifelhaft. Tai Chi DVDs, Bücher oder Online-Fernunterricht können eine sinnvolle Ergänzung zum Erlernen und Vertiefen dieser Bewegungskunst sein. Diese Lernangebote können aber einen erfahrenen Lehrer nicht ersetzen. Der Einstieg sollte immer von einem Lehrer begleitet werden. Die Gefahr von Schädigungen durch falsches Üben ist viel zu groß.

Tipp: Tai Chi Videos bei Content Galaxy

Ausführlicher Artikel zum Thema Tai Chi autodidaktisch Lernen.

Zahlt meine Krankenkasse den Tai Chi Kurs?

Unter bestimmte Bedingungen zahlen oder bezuschussen Krankenkassen einen Tai Chi- oder Qigongkurs Kurs. Der Lehrer muss folgende Anforderungen erfüllen: Eine anerkannte Ausbildung, regelmäßige Fortbildungen und er braucht einen bestimmten Basisberuf aus der Heil- und Pflegebranche. (Stand 08/2012)

Einige Lehrer erfüllen die Anforderung des § 20 SGB V nicht. Dies führt zu einer paradoxen Situation: Ein anerkannter Ausbilder im Tai Chi Chuan oder Qigong darf Lehrer ausbilden, die wiederum bezuschussungsfähige Krankenkassenkurse anbieten dürfen. Der Ausbilder darf dies aber nicht, da im der Sekundärberuf fehlt.
2015 wurden die Vorgaben der Krankenkassen überarbeitet. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Tai Chi und Qigong Kursleiter für Krankenkassenkurse

Tipp: Machen Sie die Wahl Ihres Tai Chi Lehrers nicht von der Bezuschussung der Krankenkasse abhängig.

Übernahme der Kosten von Tai Chi Kursen durch Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen einen Teil der Kosten für einen Tai Chi Anfängerkurs, wenn der Kursanbieter die Qualitätskriterien der Krankenkassen erfüllt. Diese Kriterien beinhalten auch, dass der Kursanbieter einen Zweitberuf wie etwa Sportlehrer, Arzt oder Physiotherapeut haben muss. Falls der Lehrer ihrer Wahl diese nicht erfüllen sollte, sagt dies nichts über seine Fähigkeiten als Tai Chi Lehrer aus!

Es handelt sich um Präventionskurse nach § 20 SGB V (Sozialgesetzbuch).

Lesen Sie auch das Interview mit Dr. Johann Bölts zu diesem Thema.

Tai Chi Musik

Musik wird im klassischen Tai Chi Chuan nicht eingesetzt. Manche Lehrer nutzen Musik, um eine Gruppe zu entspannen. Da es beim Tai Chi Üben um innere Prozesse und Rhythmus geht, ist eine Beschallung auch mit meditativer Musik eher hinderlich. Bei Demonstrationen und Vorführungen wird Musik gerne zur Untermalung der Darbietung verwendet. Tipp: Freie Tai Chi Musik auf Youtube.

Aussprache von Tai Chi Chuan (Taijiquan)

Dieses kurze Video zeigt die Aussprache und erklärt die Bedeutung von Tai Chi Chuan. Der Sprecher ist Wang Ning. Er ist Kalligraph, Siegelschnitzer und Lehrer für Tai Chi Chuan in Frankfurt am Main. In unserem Glossareintrag zu Tai Chi Chuan finden Sie ein Video mit der Kalligraphie und eine Audiodatei zur Aussprache von Tai Chi Chuan.

Autor: Nils Klug

Fotos: Taiji-Forum, wenn nicht anders gekennzeichnet.