Rezension: Taijiquan für Einsteiger – Ein Special des Taijiquan & Qigong Journals, 2. Auflage

In dem Sonderheft wird die alte chinesische Kampf- und Bewegungskunst Taijiquan vorgestellt. Geschichte, Philosophie, Gesundheit, Lebenspflege und die Bedeutung von Partnerübungen spielen eine ebenso große Rolle wie die Darstellung der verschiedenen Taijiquan-Stile.

taiji_einsteiger (1)Taijiquan für Einsteiger – ein Special des Taijiquan & Qigong Journals

2. Auflage März 2005

(Erstauflage April 2003)

ISBN: 3-9808747-1-0

ISSN: 1611-1702

Herausgeber: Helmut Oberlack, Frank Aichsleder

1. Zusammenfassung und Inhalt

Im Special des Taijiquan & Qigong Journals wird die innere Kampfkunst Taijiquan vorgestellt. Um die Vielfalt dieser Kunst zu zeigen, kommen Autoren zu Wort, die Taijiquan aus unterschiedlichen Sichtweisen heraus beschreiben. Der Leser hat die Möglichkeit, Taijiquan als Weg der Gesundheit, Weg der Kampfkunst und Weg der Lebensschule kennenzulernen.

Das Heft stellt folgende Inhalte zur Verfügung:

Editorial

Kooperationspartner des Taijiquan & Qigong Journals

Lüer Mehrtens: Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt – (M)ein Weg zum Taijiquan.

Freya Bödicker/Martin Bödicker: Kurze Geschichte des Taijiquan.

Die Meister des Taijiquan – ein Stammbaum.

Michael Plötz: Gegensätze in Harmonie – zur Philosophie des Taijiquan.

Almut Schmitz: Alles fließt – ein energetisches Menschenbild.

Udo Werner: Zum Verständnis der acht Grundtechniken und fünf Richtungen.

Lebenspflege Taijiquan

Sigrid Kühne-Gerlach: Taijiquan als natürliche Methode zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität.

Ilka Stoedner: Den inneren Diamanten schleifen – Taijiquan als Lebenstraining.

Klemens Speer: Was kann mir Taijiquan „bringen“?

Dieter Kießwetter: Vom Harten zum Weichen – Karateka entdecken Taijiquan.

Helmut Oberlack: Offen und geduldig Neues entdecken. Taijiquan lernen – was gibt es zu bedenken?

Dietlind Zimmermann: Taijiquan und „Behinderung“ – kein Thema?!

Almut Schmitz: Taijiquan mit Kindern.

Almut Schmitz: Vielfalt der Formen. Die verschiedenen Stile des Taijiquan.

Martin: Pendzialek: Der Chen-Stil des Taijiquan.

Cordyline Bartz: Der Yang-Stil des Taijiquan.

Paul Shoju Schwerdt: Der Wu-Stil des Taijiquan.

Irene Strohmeier: Der Sun-Stil des Taijiquan.

Hubert Schneider: Der Li-Stil des Taijiquan.

Michael Plötz: Der Yang-Stil nach Professor Zheng Manqing (Cheng Manching).

Jürg Wiesendanger: Die Vielfalt moderner Taijiquan-Formen.

Urs Krebs: Waffenformen des Taijiquan.

Die Partnerübungen des Taijiquan

Cornelia Gruber-Bilgeri: Tuishou für mehr Lebensqualität.

Ralf Anlauf: Der Weg ist das Ziel – Wettkämpfe als Selbsttest und Übungserfahrung.

Axel Dreyer: Polite Push Hands.

Ma Yueliang: Die fünf Aspekte des Taijiquan.

Die zehn wesentlichen Gebote des Taijiquan von Yang Chengfu (aufgezeichnet und kommentiert von Chen Weiming – übersetzt von Foen Tjoeng Lie)

Branchenbuch

Glossar

Literaturtipps

Impressum

Inserentenverzeichnis

2. Einordnung

Das Taijiquan & Qigong Journal ist eine Fachzeitschrift, in der regelmäßig Artikel über die chinesischen Bewegungskünste Taijiquan und Qigong veröffentlicht werden. Sie erscheint viermal pro Jahr und umfasst neben Fachbeiträgen auch zahlreiche Hinweise auf Veranstaltungen innerhalb der Taijiquan & Qigong-Szene. Das Journal ist als Abo erhältlich. Ein einfaches Abo kostet 65,60 Euro und dauert zwei Jahre. Der Herausgeber der Zeitschrift ist Helmut Oberlack, der selbst Taijiquan unterrichtet und bereits mehrere Bücher über diese chinesische Bewegungskunst veröffentlicht hat.

Das Spezialheft richtet sich natürlich an all jene, die ein besonderes Interesse am Taijiquan haben. Im Besonderen ist diese Zeitschrift an Menschen gerichtet, die noch am Beginn ihres Taiji-Weges stehen. Der Leser erhält einen Einblick in die Vielfalt des Taijiquan. Es werden historische, philosophische, gesundheitliche und übungspraktische Perspektiven eröffnet. Wer sich noch für keinen konkreten Taijiquan-Stil entschieden hat, kann in dieser Zeitschrift mehr über fünf Taiji-Stile erfahren, die in unseren Breiten angeboten werden. Man kann Gemeinsamkeiten und Unterschiede genauso ausmachen wie Trainingsschwerpunkte und Anwendungen. Dabei darf aber niemals vergessen werden, dass Taiji – ganz gleich, in welchem Stil – immer ganz bestimmten Prinzipien folgt.

Das Heft beginnt mit einem persönlichen Erfahrungsbericht von Lüer Mehrtens. Er beschreibt, wie er zum Taijiquan gefunden hat und was ihn an dieser Kunst fasziniert. Daran schließt sich die Darstellung der Geschichte des Taijiquan an – gefolgt von der zugrunde liegenden Philosophie. Der Artikel über die Harmonie der Gegensätze kann nur als kleine Einführung in taoistisches Denken verstanden werden. Wer mehr über den Taoismus erfahren will, kann im Literaturverzeichnis weiterführende Bücher finden.

Vier Artikel befassen sich mit dem Aspekt der Lebenspflege. Gesundheit und Lebensqualität lassen sich durch das regelmäßige Üben von Taijiquan verbessern. Ilka Stoedner spricht vom „inneren Diamanten“, wenn sie vom Taijiquan im Sinne einer Geistes- und Körperschulung spricht. Taiji fördert und kultiviert zwischenmenschliche Kommunikation, lenkt den Fokus auf Entspannung und stärkt die innere Haltung bestimmten Umständen gegenüber. Die Schulung des Distanzgefühls beginnt mit körperlichen Übungen und läuft auf eine Bewusstmachung eigener Einstellungen hinaus: Wie viel Nähe kann ich zulassen? Wo brauche ich Distanz?

Die zehn wesentlichen Gebote des Taijiquan von Yang Chengfu sind kurze Beschreibungen für optimale Bewegungen. Es geht um eine möglichst natürliche Aufrichtung des Körpers ohne die Anwendung von zu starker Muskelkraft. Die 10 Gebote werden kommentiert, so dass man schnell eine Vorstellung von dem entwickeln kann, was Yang Chenfu einst festgehalten hat. Wichtig ist vor allem das sechste Gebot: „Das Yi und nicht die Gewaltkraft anwenden“. Das Wort „Yi“ kann mit Absicht/Vorstellungskraft gleichgesetzt werden. Es geht darum, die eigenen Bewegungen durch den Geist zu steuern und auf rohe Muskelkraft zu verzichten.

3. Bewertung

Das Sonderheft des Taijiquan & Qigong Journals gibt einen weiten Überblick über die Kampf- und Bewegungskunst Taiji. Dass es sich an Einsteiger richtet, mindert nicht den Wert der einzelnen Artikel, die meist sehr gut das jeweilige Thema wiedergeben und sicher auch für manchen Fortgeschrittenen noch viel Wissenswertes beinhalten. Das Positive an dem Heft ist, dass man als Einsteiger die vielen Facetten des Taiji kennenlernen kann. Bewusst schreibe ich hier „kennenlernen“, denn mehr ist mit so einem kleinen Heft nicht möglich. Wer mehr über diese Kunst wissen möchte, sollte sich entsprechende Literatur besorgen oder zu Probestunden der Lehrer gehen. Eine Liste von Ansprechpartnern befindet sich in dem Heft.

Auch wenn die Zeitschrift an Einsteiger gerichtet ist, so wird doch ein gewisses Grundlagenwissen vorausgesetzt, um ein Verständnis für Taiji entwickeln zu können. Das wird vor allem bei den Artikeln über das Push Hands deutlich. Jemand, der noch nie Push Hands geübt hat, kann es sich nur schwer vorstellen, was da genau passiert und warum es für Taiji so wichtig ist. Auch was die 10 wesentlichen Gebote des Taijiquan betrifft: So ergeben diese wohl nur einen Sinn, wenn man weiß bzw. selbst schon erfahren hat, was diese einzelnen Gebote bewirken. Trotz dessen liefert das Heft eine Menge an Informationen rund um Taiji und kann den Zugang zu dieser umfassenden Kunst erleichtern.

Rezensent: Christoph Eydt

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