Qigong bei psychischen Problemen

Kann/ sollte man Qigong mit psychischen Problemen üben?

Qigong ist eine sanfte Bewegungskunst, mit der nicht nur körperliche Aspekte geschult werden, sondern auch geistige. Es wird präventiv und zur Therapie bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. Qigong ermöglicht die Linderung von psychischen Problemen und verhilft zu einem neuen Lebensbewusstsein.

Hilft Qigong bei psychischen Problemen?Vorab sei gesagt, dass Qigong in keiner Weise ärztliche und/oder psychotherapeutische Beratung und Behandlung ersetzt. Es gibt auch keine Therapien, bei denen ausschließlich auf Qigong gesetzt wird. Es wird vielmehr therapiebegleitend oder präventiv eingesetzt. In jedem Fall einer länger anhaltenden psychischen Störung ist unbedingt ein Facharzt zu konsultieren.

Die positiven Wirkungen von Qigong auf den Menschen sind weitgehend anerkannt. Wie diese Wirkungen zustande kommen, darüber herrscht nicht immer Einigkeit und so gibt es auch unterschiedliche Erklärungsmodelle. Worüber Einigkeit besteht, ist die Tatsache, dass Qigong nicht nur den Körper stärkt, sondern auch für den Geist zuträglich ist. Es handelt sich um eine Kunst, in der Bewegung, Meditation und Konzentration miteinander verschmelzen.

Was ist Qigong?

Qigong bei psychischen Problemen

Was ist Qigong?

Qigong ist eine alte chinesische Kunst, die in unterschiedlichen Lebensbereichen praktiziert wird. So findet man Qigong in den Bereichen der Medizin, der Kampfkunst oder dem Alltag. Es wird aber auch in verschiedenen Sportarten oder von Künstlern als Ergänzungsprogramm genutzt. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ergeben sich aus dem äußerst individuellen Gestaltungspotential des Qigong. Es gibt unzählige Übungen, Übungssysteme und Schwerpunkte, die man im Training setzen kann. So können aus der Fülle an Übungen diejenigen ausgewählt werden, die für die jeweils gesetzten Ziele relevant sind.

Sämtliche Qigong-Übungen folgen denselben Prinzipien, welche zumeist mit der Traditionellen Chinesischen Medizin erklärt werden. Mit Qigong soll der Qi-Fluss im Körper harmonisiert bzw. reguliert werden. Ein ausgeglichener Fluss der Lebensenergie bedeutet Gesundheit. Kommt das Qi im Körper zum Stocken oder bilden sich Blockaden, dann verliert der Körper sein Gleichgewicht und erkrankt. Um den Ungleichgewichten vorzubeugen bzw. um Krankheiten zu lindern, wird Qigong eingesetzt. Wer mehr über die Hintergründe von Qigong wissen möchte, sollte sich unbedingt mit der chinesischen Philosophie und Medizin befassen.

Qigong bei psychischen Problemen

Die psychischen Probleme des modernen Menschen können nicht nur äußerst differenziert sein, sondern auch auf viele unterschiedliche Ursachen zurückführbar sein. Die zunehmenden Belastungen in der Arbeitswelt, zwischenmenschliche Probleme, überhöhte Erwartungen, Schicksalsschläge, Enttäuschungen, organische Krankheiten – all dies, und sicher noch mehr, kann zu psychischen Problemen führen, die unter Umständen zu ernsthaften Krankheiten werden können. Qigong hilft bei psychischen Problemen, indem es Körper und Geist auf eine sanfte Weise entspannt, ohne Druck zu erzeugen, der zu weiteren Blockaden führen könnte.

Weil viele psychische Probleme dadurch erzeugt werden, dass sich der Mensch überfordert fühlt oder Erwartungen hat, an denen er scheitert, ist Qigong eine einfache Methode, um diese Druckmomente zu entlasten. Das Gefühl von Einengung, Überforderung oder Druck kann mithilfe von Qigong aufgelöst werden, so dass neue Perspektiven geschaffen werden können. Wenn es sich allerdings um Psychosen oder Neurosen handelt, kann Qigong zu einer Verstärkung der Krankheitszustände führen. Es ist also unbedingt mit einem Arzt abzuklären, wann Qigong geeignet ist und wann nicht. Es hilft bei Stress, Burn-out oder Depressionen, weil die Entspannungsfähigkeit gefördert wird und weil ein neuer Zugang zu sich selbst entwickelt werden kann, was wiederum dazu beiträgt, die eigene Mitte zu finden. So können überhöhte Erwartungen, die oft am Anfang des Burn-out stehen, frühzeitig erkannt und transformiert werden. Durch das Qigong wird die Atmung tiefer, wodurch meditative Zustände erreicht werden können. Außerdem kann Qigong ein tieferes Körperbewusstsein fördern, was wiederum bei psychosomatischen Erkrankungen wichtig ist.

Qigong sollte auf jeden Fall präventiv eingesetzt werden, um psychische Probleme im Vorfeld angehen zu können. Durch eine entspannte und weiche Lebenshaltung lassen sich viele Störungen oder Blockaden vermeiden und die Lebensenergie kann optimal fließen. Bei aufgetretenen Krankheiten eignet es sich therapiebegleitend- und unterstützend.

Surf-Tipp: Taijiquan und Qigong bei ADHS und Depression

Autor: Christoph Eydt

Fotos: Taiji-Europa

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