Entspannung

Entspannung für ein gesundes Leben (Tai Chi & Qigong)

„Wenn Wissen und Gelassenheit sich gegenseitig ergänzen, entstehen Harmonie und Ordnung.“ (Dschuang Dsi, chinesischer Philosoph und Dichter, ca. 365 bis 290 v.Chr.)

Entspannung_mit_Tai_Chi_und_QigongIn kaum einer anderen Zeit hat diese Weisheit mehr Bedeutung als in der unseren. Unsere Zeit ist von Hektik und Anpassung gekennzeichnet. Dies ist nicht verwunderlich, leben wir doch in einer sogenannten Leistungsgesellschaft, in der das Motto „no pain no gain“ zum Wahlspruch im Privat- und Berufsleben geworden ist. Der rasante technische Fortschritt und die immer stärker zusammenwachsende Welt im Zuge der Globalisierung stellen den Einzelnen vor große Herausforderungen: Im Beruf wird immer mehr Mobilität und Flexibilität gefordert. Man muss immer mehr Arbeitsfelder abdecken können und sich um Zusatzqualifikationen bemühen. Im Privatleben geht es um die bestmögliche Verbindung von Berufs- und Familienleben sowie um eine Zukunftsplanung für sich allein oder für die gesamte Familie. Der Druck auf den Einzelnen steigt mit den Ansprüchen einer Gesellschaft. Somit ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen unter einer Dauerspannung stehen und gar keine Gelegenheit haben, sich in Gelassenheit zu üben.

Der Mangel an Gelassenheit bzw. das Fehlen notwendiger Entspannungsphasen führt zu Stress, der im Körper nicht mehr abgebaut werden kann. Die Folgen sind physische und psychische Disharmonien, die sich je nach Stärke in akute und chronische Krankheitsbilder verwandeln können. Ohne Entspannung wird der Mensch krank. Die Entspannung ist eine notwendige Phase der Erholung, die es möglich macht, kommende Phasen der Anspannung zu überdauern. Wenn ein Mensch permanent angespannt ist, so führt dies unweigerlich zu einer „Zwangsentspannung“ in Form einer Krankheit. Der Körper holt sich dann mit Gewalt was er braucht. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn man regelmäßig etwas für seine Entspannung tut. Dies ist nicht nur langfristig gesehen eine gute Gesundheitsvorsorge, sondern hilft auch bei kurzfristigen körperlichen Beschwerden und geistigen Blockaden.

Entspannung

Entspannung ist das Gegenteil von Anspannung. Etwas, das gespannt wird, muss zuvor entspannt gewesen sein. Ebenso muss etwas Entspanntes zuvor gespannt gewesen sein, damit man es wieder spannen kann. So verhält es sich auch mit dem Geist und dem Körper des Menschen. Eine Daueranspannung ist nicht möglich. Ebenso kann der Mensch nie nur entspannt sein – beide Aspekte bedingen einander und sind direkt aufeinander bezogen.

Was ist Entspannung?

Entspannung gilt gemeinhin als der Gegenpol zur Anspannung. Dadurch ist sie ein notwendiger Faktor, um in einem bestimmten System das Gleichgewicht zu halten. Ein Gleichgewicht zwischen Entspannung und Anspannung ist durch einen Wechsel von erhöhter und verminderter Aktivität, von Zusammenziehen und Lösen gekennzeichnet. Im psychologischen Wörterbuch wird die Entspannung wie folgt definiert:

„(…) kurzfristiger (phasisch) oder länger anhaltender Zustand reduzierter
metabolischer, zentralnervöser unbewusster Aktivität. Entspannung ist auf subjektivverbaler,
physiologischer und motorischer Ebene mess- und definierbar.
Entspannungszustände sind nicht mit den Schlafphasen gleichzusetzen,
Entspannung geht mit wachem Verhalten einher, wenngleich auch die Schlafphasen
subjektiv als entspannend erlebt werden können. Muskuläre, autonome und
subjektive Entspannung müssen nicht korrelieren.“
(STAPF, Kurt-Hermann (Hrsg.): Dorsch. Psychologisches Wörterbuch. Bern: Huber Verlag, 1992. S.176.)




Die Entspannung ist ein physischer und psychischer Prozess, der durch bestimmte Gefühle gekennzeichnet ist. Entspannende Gefühle sind unter anderem: Ruhe, Gelöstheit, Lockerheit, Leichtigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Die Entspannung wird sehr subjektiv wahrgenommen und hängt unmittelbar mit dem Anspannungsniveau zusammen. Ein Mensch, der über ein sehr hohes Stress- und Anspannungsniveau verfügt, beginnt seine Entspannung auf einem anderen Level als ein Mensch, der weniger angespannt und vielmehr gelassener ist. Gestresste Menschen beginnen darum ihre Entspannung meist auf einem hohen Anspannungslevel, obwohl sie – zumindest relativ gesehen – entspannter werden. Aber absolut betrachtet ist bei diesen Menschen noch längst nicht der Zustand einer wirklichen Entspannung erreicht. Trotz dessen fühlen sich diese Menschen in ihrer Entspannungsphase erholter und gelöster. Dies ist ein wichtiger Grund, weshalb vor allem gestresste und angespannte Menschen unbedingt regelmäßige Entspannungsphasen einleiten sollten.

Wozu ist Entspannung gut?

Die Entspannung dient dem Ausgleich der Anspannung. Ein regelmäßiger und ausreichender Wechsel von Entspannung und Anspannung erhält die physische und psychische Gesundheit des Menschen. Da es in unserer Gesellschaft eher der Fall ist, dass die Menschen angespannt sind, bedarf es bestimmter entspannender Maßnahmen, um einen hinreichenden Gegenpol zu schaffen, mit dem die Anspannung und der Stress verarbeitet werden können.
Alle körperlichen Vorgänge finden zyklisch statt. Sie sind rhythmische Prozesse, die es dem menschlichen Körper erlauben, einen Ausgleich anzustreben. Dieser Ausgleich ist für die Gesunderhaltung erforderlich. Ist der Ausgleich nicht vorhanden und sind die zyklischen Prozesse verhindert, kommt es zu körperlichen und psychischen Störungen. Diese sind dann für den Betroffenen ein Signal, dass die rhythmischen Abläufe des Körpers beeinträchtigt bzw. unterbrochen sind. Die zyklischen Prozesse des Körpers sind nicht isoliert, sondern sind im Körper miteinander auf der emotionalen, physischen, organischen und zellulären Ebene verbunden. Deshalb führen Daueraktivität, Stress und Anspannung dazu, dass der Körper als Ganzes geschwächt wird und nicht nur einzelne Teile. Der körpereigene Anspannungs- und Entspannungsrhythmus geht verloren, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden, mit denen man der zu starken Anspannung entgegnen kann.
Die Entspannung dient der Erholung und Regenration des Körpers und des Geistes. Sie darf nicht mit Schlaffheit, Faulheit, Trägheit oder Ähnlichem verwechselt werden. Der Zustand der Entspannung ist ein sehr wacher und vor allem präsenter, der eine Erholung des gesamten Organismus ermöglicht und die Lebensqualität steigert.

Wie kann man Entspannung erreichen?

Entspannung kann gelernt und geübt werden. Es gibt unterschiedliche Entspannungssysteme und Einzelübungen, mit denen man in relativ kurzer Zeit erste Erfolge verzeichnen kann. Dabei ist jedoch ein regelmäßiges Üben erforderlich, damit der Körper die Chance hat, sich auf den Zustand der Entspannung einzustellen und diesen Zustand als normal zu verinnerlichen. Erst durch das Verinnerlichen und Automatisieren können langfristige Erfolge möglich gemacht werden. Die Entspannungsübungen verfolgen darum zwei Ziele:

1. Entspannung im Moment
2. Einschleifen von bestimmten Gefühls-, Gedanken- und Verhaltensmustern, die der Entspannung dienen
Viele Übungen, die im Autogenen Training, im Yoga, Tai Chi oder Qi Gong zur Anwendung kommen, zielen auf eine tiefe Entspannung. Darum sind jene Übungen sehr förderlich und unbedingt zu empfehlen, wenn man einen Weg der sicheren Entspannung sucht. Die Übungen allein sind jedoch nicht ausreichend, denn Entspannung bedeutet auch eine gesundheitsförderliche Lebensführung zu gewinnen und diese im Alltag umzusetzen. Durch das Einschleifen von Entspannungsgefühlen und das Wiederholen von entspannenden Bewegungen wird die Entspannung zu einem festen Bestandteil des Lebens. Sie drückt sich durch mehr Gelassenheit aus, durch ein erweitertes Körperbewusstsein und womöglich auch in der Umstellung der eigenen Lebensweise, so dass man zum Beispiel auf eine gesündere Ernährung Acht gibt oder sich auch rechtzeitig Auszeiten im Beruf nimmt, weil man feinfühliger für die eigenen Bedürfnisse geworden ist.
Entspannung kann man auf verschiedene Weisen erlangen. Es ist wichtig, sich selbst gründlich zu erforschen, um zu wissen, welches Entspannungsverfahren bzw. welche Methoden für einen selbst gut geeignet sind und welche weniger geeignet sind. Die verschiedenen Wege zur Entspannung kann man in zwei Grundtendenzen zusammenfassen: Zum einen gibt es unterschiedliche Entspannungsverfahren, in denen bestimmte Techniken und Methoden zur Spannungsreduzierung zum Einsatz kommen. Zum anderen gibt es Entspannungsmöglichkeiten im Sinne kultureller Veranstaltungen, ruhiger Spaziergänge usw. Die Unterscheidung ist rein systematisch und dient einzig der Orientierung. Allen Entspannungsmaßnahamen ist es gemein, dass sie zu einer Aktivitätsmilderung beitragen. Das periphere und das zentrale Nervensystem werden beruhigt.



Anspannung spüren

Bevor man entspannen kann, ist es wichtig, sich der eigenen Anspannung bewusst zu werden. Das heißt, man muss bei sich selbst sowohl geistige als auch körperliche Anspannungen feststellen muss bevor man sie beseitigen kann. Dafür ist es erforderlich, den eigenen Lebensentwurf zu prüfen und natürlich den eigenen Körper zu kontrollieren.
Am einfachsten kann man Spannungen bei sich selbst aufspüren, indem man sich auf sich selbst konzentriert. Hierfür gibt es verschiedene Übungen, die sich meist aus unterschiedlichen Visualisierungen zusammensetzen. Diese Formen der Konzentration sind passiv, da man einzig seinen Geist benutzt, während der Körper in einem Ruhezustand ausharrt. Die aktiven Formen sind körperbewusste Übungen, bei denen es darum geht, bestimmte Körperteile auf eine ganz bestimmte Art zu bewegen bzw. zu stimulieren. Beiden Formen liegt eine Aufmerksamkeitslenkung zugrunde, die dazu verhilft, angespannte Bereiche im Körper zu erspüren. Erst wenn man weiß, wo man verspannt ist, kann man eine Entspannung in jenen Bereichen einleiten.
Das Erspüren der eigenen Verspannungen ist zudem wichtig, um ein optimales Entspannungstraining zu erreichen. Vielleicht reicht es aus, nur einige wenige Muskeln, die immer wieder verspannen, bewusst zu entspannen statt immer wieder den ganzen Körper einzubeziehen.

Anspannung lösen

Die Anspannung zu lösen, heißt zugleich die Entspannung zu fördern. Es gibt viele verschiedene Entspannungsverfahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten und theoretischen Ansätzen. Die bekanntesten und zugleich die am besten erforschten Entspannungsverfahren sind die Hypnose, Meditationen, Autogenes Training, Imaginative Verfahren, Biofeedback und die Progressive Muskelrelaxation. Darüber hinaus gibt es Verfahren, die in einen ganz bestimmten philosophischen Kontext eingeordnet sind und dadurch einen Anspruch auf „Ganzheitlichkeit“ stellen. Sie dienen nicht nur der körperlichen Entspannung, sondern legen auch die Grundlage, das eigene Leben bzw. bestimmte Lebensbereiche neuauszurichten. Bei diesen Entspannungsverfahren wird die Anspannung in einem weiten Sinne als eine ungünstige Lebenshaltung verstanden, die zwangsläufig zu Blockaden und Spannungen im Körper und im alltäglichen Leben führt. Das Ziel ist es darum, den eigenen Lebensentwurf umzugestalten, sich von unnötigem Stress zu befreien und den Körper als „Alarmanlage“ zu verstehen, der Aufschluss darüber gibt, was geändert werden muss.
Anspannungen werden nur durch eine kontinuierliche Entspannung langfristig gelöst. Es ist wichtig, sich immer wieder auf Verspannungen zu untersuchen und diese ganz gezielt zu lösen. Auch wenn man meint, nicht verspannt zu sein, ist es dennoch bedeutend, sich Zeit für eine bewusste Entspannungsphase zu nehmen, um so möglichen Verspannungen vorzubeugen. Das Lösen geschieht als ein allmählicher Prozess. Man darf keine schnellen Wunder erwarten, sondern man sollte sich auf einen langen Weg einstellen. Wer regelmäßig übt, erreicht nach kurzer Zeit bereits die ersten Erfolge. Die langanhaltenden Wirkungen sind jedoch erst nach einem gewissen Übungszeitraum spürbar, denn der Körper hat Jahre damit verbracht, sich auf verspannende Haltungen einzustellen. Auch wer weiterhin in seinem Alltag verkrampft bleibt und sich nur täglich eine halbe Stunde Zeit zur Entspannung nimmt, wird weniger erreichen als jemand, der in seinen alltäglichen Handlungen auf ein Höchstmaß an Entspannung achtet.

Entspannung halten

Wenn man ein Gefühl für die eigenen Anspannungen erhalten hat, kann man diese sehr leicht entspannen. Es ist wichtig, diese Entspannung immer wieder herbeizuführen, damit der Körper sich daran gewöhnt und ein gewisser Automatismus erreicht wird. Die Entspannungsverfahren sind also nicht der letzte Zweck, sondern nur ein Mittel zum Zweck. Sie sind ein Hilfsmittel, um sich und seinem Körper immer wieder bewusst zu machen, dass etwas verspannt ist und gelöst werden muss. Eine entspannte Haltung erreicht man aber nicht mit einem festen Willen, der den Körper immer wieder zur Entspannung zwingt, denn das wäre wieder eine Verspannung, sondern indem man mit viel Geduld sich Zeit nimmt, zu spüren und das Lockern der Muskeln zuzulassen. Der Körper beginnt von selbst, Muskeln zu entspannen, wenn die jeweiligen Anspannungen nicht benötigt werden. Es funktioniert nicht, wenn man sich dazu zwingen will. Vielmehr bedarf es einer ruhigen Geisteshaltung, die die Anspannungen zunächst aufspürt und akzeptiert, um sie anschließend loszulassen.
„Entspannung halten“ meint also kein Festhalten an einem bestimmten Zustand, sondern ein Sich-einlassen auf den eigenen Körper und diesen für sich arbeiten zu lassen. Eine dauerhafte Entspannung kann nur erreicht werden, wenn man als Praktizierender Geduld lernt, denn diese ist die Grundvoraussetzung für Gelassenheit. Und die Gelassenheit wiederum wirkt sich auf den Umgang mit dem eigenen Körper aus. Darum ist Entspannung immer zweiseitig zu sehen:
Entspannung des Körpers führt zur Entspannung im Geist.
Entspannung des Geistes führt zur Entspannung im Körper.

Entspannung in östlichen Therapie- und Bewegungsmethoden

Fernöstliche Philosophien, Religionen und Bewegungskünste erfreuen sich in unserer Gesellschaft einer großen Beliebtheit. In vielen Kursen werden Entspannungsverfahren angeboten, die auf eine asiatische Tradition zurückzuführen sind. Nun muss man kein Buddhist oder Taoist werden, um von diesen Prinzipien zu profitieren, aber eine gewisse Neugier und Aufgeschlossenheit sollte schon vorhanden sein, um die hinter den Entspannungsverfahren stehende Theorie zu verstehen. Dieses Verständnis ist notwendig, wenn man die Bewegungs- und Entspannungsmethoden für sich selbst optimal nutzen will. Qi Gong, Tai Chi und Yoga sind drei bekannte Entspannungsverfahren aus dem asiatischen Raum.

Qi Gong

Entspannen mit Qigong
Qigong, eine gute Entspannungsübung

Qi Gong stammt aus China und ist eine Meditations- und Konzentrationsform, die mit wenigen und sehr langsamen Körperbewegungen ausgeführt wird. Das Ziel ist es, Körper und Geist in Harmonie zu bringen, körpereigene Blockaden aufzuspüren und sich bewusst zu entspannen. Qi Gong dient der Therapie von Krankheiten, der gesundheitlichen Vorsorge und auch zur Stärkung bestimmter Fähigkeiten, die in unterschiedlichen Kampfkünsten und anderen Sportarten benötigt werden.
Das Qi Gong setzt sich aus Atemübungen, Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen zusammen. Ein besonderes Merkmal des Qi Gong ist, dass die Übungen in der Regel einander ergänzen und immer zusammenausgeführt werden. Das bedeutet, dass während der Bewegungen Atemübungen stattfinden und bestimme Visualisierungen eingeübt werden, die die Konzentrationsfähigkeit verbessern und ein Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln. Qi Gong ist ein Teil der chinesischen Heilkunde. Es wird angewendet, um das sogenannte Qi im Körper zu regulieren. Das Wort „Qi“ meint hierbei eine bestimmte Lebensenergie, die allen Dingen innewohnt. Die Theorie des Qi ist eingebettet in das chinesische Denken und dadurch stark vom Taoismus geprägt.
Wer regelmäßig Qi Gong übt, spürt das Qi in seinem Körper und lernt, es zu regulieren und zu lenken. So können Verspannungen schneller behoben und der ganze Körper in einen entspannten und durch-lässigen Zustand versetzt werden. Die Durchlässigkeit ist sehr wichtig, damit das Qi von selbst im Körper fließen kann.

Positive Wirkungen des Qi Gong

Fördert das allgemeine Wohlbefinden
Stärkt dauerhaft das Immunsystem und aktiviert die Selbstheilungskräfte
Lindert Beschwerden des Bewegungsapparates
Erweitert die Beweglichkeit
Reguliert körpereigene Prozesse
Stimuliert das Nervensystem
Stärkt die Konzentrationsfähigkeit
Fördert die Entspannung
Löst mentale und emotionale Blockaden
Erhöht die Selbstwahrnehmung und fördert die Sensibilität
Wirkt vorbeugend gegen Krankheiten
Hilft bei chronischen Leiden
Nebenwirkungen gibt es so gut wie keine. Natürlich kann man durch eine unsachgemäße Anwendung der Übungen negative Wirkungen erzielen, wie zum Beispiel Schwindel und allgemeine Kreislaufbeschwerden, wenn in einer falschen Weise geatmet wird.

Tai Chi

TaiChiEntspannungTai Chi und Qi Gong sind zwei unterschiedliche Bewegungssysteme, mit denen die gleichen Resultate erreicht werden können. Beide Übungswege führen zum gleichen Ziel und entstammen der gleichen Quelle, nämlich den frühen chinesischen Forschungen am menschlichen Körper und den inneren Zusammenhängen. Tai Chi ist als chinesisches Schattenboxen bekannt. Ursprünglich wurde dieses System als Kampfkunst entwickelt, deren zentrales Merkmal die Weichheit des Körpers ist. Heutzutage ist Tai Chi aber vor allem für seine positiven Wirkungen auf die Gesundheit der Praktizierenden bekannt. Der Kampfkunstaspekt spielt je nach Ausrichtung des Lehrers gar keine Rolle oder nur eine untergeordnete. In Deutschland sind Tai Chi-Schulen relativ wenig verbreitet, die dieses System als Kampfkunst praktizieren.
Tai Chi ist weltweit so populär, dass es zu den am häufigsten geübten Kampfkünsten zählt. Es gibt offizielle Meisterschaften und viele unterschiedliche Stilrichtungen, die alle durch ganz bestimmte Merkmale gekennzeichnet sind. In China ist Tai Chi ein Volkssport.
Anders als andere bekannte Kampfkünste, wie Karate, Judo oder Ringen, handelt es sich bei Tai Chi um eine sogenannte „innere“ Kampfkunst. Im Vordergrund stehen körperinterne Vorgänge und die Ausprägung möglichst müheloser Bewegungen. Darum hat sich Tai Chi als Gesundheitssystem im 20. Jahrhundert etablieren können. Wer Tai Chi übt, lernt seinen Körper bewusster wahrzunehmen, Verspannungen zu erkennen und diese zu lösen. Man spricht auch von einer Mediation in Bewegung, weil es sich um konzentrierte und achtsame Bewegungen handelt. Im Tai Chi wird, genau wie im Qi Gong, mit Visualisierungen gearbeitet. Aber anders als Qi Gong wird im Tai Chi mehr Wert auf die Bewegungen gelegt. Die Übenden studieren eine Form aus vielen verschiedenen Bewegungen und Stellungen ein, um ein Gespür für die Dynamik des eigenen Körpers zu erhalten. Das typische Merkmal des Tai Chi ist es, dass diese Bewegungen ganz langsam ausgeführt werden, damit man den eigenen Körper sehr genau wahrnehmen kann. Unterschiedliche Partnerübungen dienen dazu, die erworbenen Fähigkeiten, vor allem die bewusste Entspannung, zu testen.
Die positiven Wirkungen, die mit Tai Chi erreicht werden können, sind die gleichen wie die des Qi Gong. Das Immunsystem wird gestärkt, die Beweglichkeit verbessert sich, das Herz-Kreislauf-System wird stabilisiert, das Gleichgewicht wird verbessert, die Körperkontrolle verbessert und die Kraft des gesamten Körpers gestärkt.

Yoga

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die vor allem durch ihre Körperübungen bekannt geworden ist. Das Wort „Yoga“ bedeutet so viel wie „Vereinigung“ oder „Integration“. Im übertragenen Sinne meint „Yoga“ das „Anspannen“ des Körpers an die Seele. Es handelt sich um einen spirituellen Pfad, der ein ganz bestimmtes Menschen- und Gottesbild voraussetzt. Hier im Westen wurde Yoga jedoch weitestgehend von den religiösen und spirituellen Konzepten gelöst, damit es als Gesundheits- und Entspannungssystem von möglichst vielen Menschen ausgeübt werden kann. Yoga erfreut sich einer großen Beliebtheit, da nicht viel Platz zum Ausführen der Übungen erforderlich ist und man die Möglichkeit hat, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren.
Die körperlichen Übungen im Yoga  werden als Asanas bzw. als Yogasanas bezeichnet. Es handelt sich um anspruchsvolle meditative Praktiken, bei denen die geistige Konzentration im Vordergrund steht. Atemübungen und körperliche Übungen, die die Beweglichkeit erhöhen, sind ebenfalls ein Bestand-teil des Yoga. Wie im Qi Gong und Tai Chi ermöglicht Yoga positive Effekte auf die physische und die psychische Gesundheit. Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, Ängste, Depressionen, Rücken-schmerzen, Kopfschmerzen und allgemeine Beschwerden des Bewegungsapparates können auf eine sanfte Weise gelindert werden. Außerdem ermöglicht Yoga bei regelmäßiger Ausübung die Reduzierung des Stresslevels, so dass sich eine dauerhafte Entspannung einstellen kann.

Zusammenfassung

Die Entspannung ist eine sehr wichtige Voraussetzung zur Prävention von Krankheiten. Sie ist der notwendige Gegenpol zur Anspannung. Nur durch ein gesundes Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung ist es möglich, einen dauerhaften Zustand der Stabilität zu erreichen. Da die Menschen mehr zur Anspannung als zur Entspannung neigen, sollte man sich bewusst Zeit für Entspannungsphasen nehmen, um dem Körper und dem Geist die erforderliche Ruhe zu verschaffen, die er benötigt, um wieder in eine Phase der Anspannung gehen zu können.
Entspannung dient nicht nur der Vorbeugung von Krankheiten, sondern auch der Linderung bestehender Krankheitsbilder. Darum ist es gerade bei chronischen Leiden sehr wichtig, sich regelmäßig zu entspannen und den eigenen Körper kennenzulernen. Durch bewusstes Entspannen können körpereigene Blockaden aufgespürt und sanft gelöst werden. Mit den unterschiedlichen Entspannungsmethoden ist es auch möglich, den eigenen Stress besser zu regulieren und sich so vor einem Burnout zu schützen. Die drei vorgestellten Entspannungssysteme bieten hierfür eine geeignete Grundlage, da sie relativ schnell gelernt werden können und nur wenig Platz zum Üben beanspruchen. Einsteigen kann man über Lehrbücher und Lehr-DVDs, aber für ein möglichst effektives und gefahrloses Üben ist ein Lehrer unersetzlich. (ce)

DVD Tipp

EntspannungsDVDDie DVD „Entspannung- für Körper und Geist“ bietet eine praktische Anleitung zum Ent- spannen, Loslassen und vitalisieren von Körper und Geist, vorgestellt von acht international anerkannten Lehrern für Tai Chi Chuan, Qigong und Shiatsu. Diese Produktion von „Taiji-Europa“ ist der Bestseller in unserem Shop! Sehen Sie hier den Trailer zur DVD!

Fotos: taiji-forum.de
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