So trinkt man Kung Fu Cha zusammen. 一起來喫茶!

Das Trinken von Kung Fu Cha ist in einer kleinen Gesellschaft oder auch mit allen gemeinsam möglich. In der Regel ist es relativ formlos. Man versucht, mit wem auch immer, an einem ausgesuchten ungestörten Ort, mit ausgesuchten Teeerzeugnissen und passenden Utensilien, ein beliebiges, entspannendes, erholsames, mehr oder weniger kommunikatives „Zeitvertreiben“ zu gestalten.
Es gibt sehr bekannte strengere Formen der Teeverkostung in Gesellschaft wie bei den japanischen Cha Dos; dabei ist jede Bewegung, jedes Zubehör, gar der Inhalt der Gespräche vorher nach Disziplin perfekt abgestimmt. Die chinesischen „Teezeremonien“, wenn es solche „Zeremonien“ denn wirklich gibt, haben sich spätestens seit den 1990ern sehr von der japanischen Formalität dieses Weges des Tees beeinflussen lassen.
Das ursprüngliche Kung Fu Cha dagegen demonstriert das Loslassen im irdischen Leben und orientiert sich an buddhistischen und taoistischen Vorbildern. Man verlebt eine gemeinsame Zeit, teilt den Genuss am Tee, den Spaß an sinnlichen Gesprächen, schätzt die nette und freudige Gesellschaft und hat Lust bald sich wieder zum Tee zu treffen. Da das Loslassen nicht einfach ist, hatten früher nur ältere Menschen, die bei der Arbeit auf dem Felde ausgedient hatten, genug Zeit solche kostbare Momente bei einem guten Tee auszukosten. So hört man in Taiwan oft den Begriff „Lao Ren Cha“ als Synonym für Kung Fu Cha.

起來喫茶

Praktische Tipps zur Vorbereitung einer Kung Fu Cha Tee-Runde

Folgende Elemente sind für das Durchführen der Kung Fu Cha-Sitzung von Bedeutung:

  • Kung Fu Cha Tee-RundeEin paar gute bzw. interessante Tees, z.B. vorzügliche Taiwan Hochland Oolongs oder medium fermentierte süffige Oolongs, sind eine gute Wahl für das Zusammentrinken in der Runde. Diese Sorten sind in der Regel milder an Koffeinausprägung, besitzen aber sehr wohltuende Düfte aufgrund der natürlichen Zubereitung.
  • Tafel-Teegeschirr, welches man gern zu einem bestimmten Gemütszustand und den eingeladenen Gästen passend zusammensucht; das Augenmerk liegt dabei auf einer guten Funktionalität und angenehmer Optik und Hygiene.
  • Herd, Kohleofen oder Wasserkocher mit Möglichkeit, die Temperatur je nach Tee-Eigenschaften (Aroma, Fermentation, Röstung, Frische, Lagerung etc.) zu regulieren.
  • Trinkwasser, das nicht zu sehr kalkhaltig ist. Quellwasser wird oft dafür beschworen, jedoch sollte man aufgrund von praktischen Erfahrungen und Vorlieben das passende Wasser zum Tee aussuchen.
  • Der Gastgeber oder der Teezubereiter bereitet eine einladende Atmosphäre. Eine gute Teerunde zeichnet sich dadurch aus, dass alles passiert, wie es gerade angenehm ist – sprechend oder schweigend nach belieben.
    In der Regel werden vor der Teezubereitung und dem Weiterreichen des Tees die Teeblätter an die teilnehmenden Gäste gereicht, um diese einzuladen, in der Runde die einzelnen Teesorten bzgl. ihrer Optik und ihrer Düfte gemeinsam zu betrachten oder zu kommentieren. Dann erst beginnt die Zubereitung und Verkostung des Tees.
  • Es gibt keine Vorschriften, wie viele und was für welche Teesorten verkostet werden. Ein erfahrener Gastgeber wird aber abschätzen können, wie die Stimmung der Gäste einzuschätzen ist, und dementsprechend entweder mit dem Tee-Einschänken langsam und entspannt aufhören, oder aber die Teesorte wechseln, um eine Auffrischung in die Stimmung zu bringen.

Autorin: Yi-Chun Hwang

Bilder: Taiji Forum

References: Mulian Lin (editor), 台灣的茶葉 (Tee von Taiwan), Taipei/Taiwan 2009 (ISBN 978-986-6731-43-3).

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