Wang Ning

Wang Ning, Kalligraph, Siegelschneider, und Taijiquan-Lehrer Frankfurt a. M.

WangNingKalligraph, Siegelschneider, Übersetzer, und Taijiquan-Lehrer — hat in Peking deutsche Literatur und Sprachwissenschaft studiert. Aufgrund seines Lebenslaufes ist es dem Referent möglich, Brücken zu bauen zwischen chinesischem und westlichem Denken und Fühlen. Wir erhalten eine Einführung in die (philosophischen) Grundlagen der Bewegungskünste Taijiquan und Qigong — nicht durch einen trockenen, theoretischen Vortrag – sondern indem uns der Kalligraph die sich in Bildern äußernden Vorstellungen der chinesischen Weltanschauung nachzeichnet. Sie sind in den chinesischen Schriftzeichen verborgen. Ihre ZurueckButtonInterpretation führt auf einem spannenden Weg durch die chinesische Kulturgeschichte. Sie bringt oft überraschend einen anderen Sinn zum Vorschein, als es uns die im Abendland verwendeten Entsprechungen und Übersetzungen nahe legen.

Thema: Kalligraphie

Yi Xin Gong (一心功) – Die „Übung des inneren Einklangs“ des Shu Fa Qi Gong (书法气功): Qi Gong mit Kalligraphien

Von nichts komme ich auf dieser Erde,Yi Xin Gong (一心功) – Die „Übung des inneren Einklangs“ des Shu Fa Qi Gong (书法气功): Qi Gong mit Kalligraphien

Sterne und Mond begleiten mich,

Schritt für Schritt in die Ferne,

der Weg ist lang,

das Wasser ist tief,

der Wind treibt mich

mit aller Kraft

zur Vollkommenheit.

Chinesische Kalligraphie wird auch als eine Meditations- und Bewegungskunst verstanden. Sie schärft unsere Sinne und erhöht die Achtsamkeit. Mit der „Übung des inneren Einklangs“ (Yi Xin Gong) können die Teilnehmer einen Einblick in die Welt der Kalligraphien bekommen und dabei durch die Pinselführung die Einigkeit von Körper und Geist wahrnehmen lernen.
Wang Ning hat durch jahrelange Übungen in Kalligraphien und Taijiquan eine Meditation entwickelt, die uns dabei hilft, „Körper und Geist“ in Einklang zu bringen. Das obige Lied beschreibt die drei Schriftzeichen in ihrer Herkunft und Schönheit: das Lied singend, folgt man dem Schreibfluss.
Das erste Zeichen, das Zeichen für “Eins” bedeutet Anfang. Damit ist Taiji gemeint. Dao – der Weg- baut auf dieser Eins auf, erschafft den Himmel und die Erde und verwandelt sie in alle „zehntausend Dinge“ (Wan Wu).
Die TeilnehmerInnen erhalten eine philosophische Einführung in die Welt der chinesischen Schriftzeichen und lernen mit den vier Schätzen der Studierstube – Wen Fang Si Bao, also Pinsel, Tusche, Papier und Reibstein, umzugehen.

Die Vier Schätze der Studierstube (Wen Fang Si Bao)

Kalligraphie-SetPinsel, Tusche, Papier und Reibstein stellen das Handwerkszeug des Schriftgelehrten dar. Sie werden auf chinesisch auch als die „Vier Schätze der Studierstube“ bezeichnet. Diese Bezeichnung wurzelt nicht nur im Respekt für die Kunst der Kalligraphie im Allgemeinen, sondern spiegelt historisch auch die Wertschätzung des einfachen Volkes für diese vier Kulturgegenstände wider, die nur ganz wenige Menschen je besitzen und anwenden konnten.

Die TeilnehmerInnen des Workshops als „Schüler der chinesischen Kalligraphie“ erhalten diese Utensilien und lernen während des Workshops den Umgang mit ihnen kennen.

Die vier Schätze sind im Einzelnen:
Bi – Der Pinsel. Er ist meistens aus Ziegen- oder Marderhaar hergestellt. Geht man behutsam mit ihm um, hält ein Pinsel sehr lange. Durch den Pinsel werden die Bewegungen des Schreibenden auf das Papier übertragen. Ein guter, eingeschriebener Pinsel wird vom Kalligraphen sehr geschätzt und sorgsam gepflegt. Vergleichbar mit dem Schwert des Kriegers ist er der persönlichste Gegenstand des Kalligraphen, der achtsam behandelt werden muss und nicht wahllos ausgewechselt werden kann.

Mo – Die Tusche, eine berühmte Erfindung der alten Chinesen. Sie wird traditionell aus Kiefernruß hergestellt. Tusche in ihrer trockenen, transportfreundlichen Form eines gepressten handlichen Blocks wird als Tuschestein bezeichnet. Bringt man diesen in Kontakt mit Wasser, löst sich unter Reiben ein kleiner Teil dieses sehr ergiebigen „Steins“ im Wasser. So wird die flüssige Tusche hergestellt. Dieser meditative Prozess des Herstellens der eigenen Tinte vor dem Gebrauch ist ein wichtiger Teil der Vorbereitungshandlungen für das Schreiben.

Zhi – Das Papier, noch so eine chinesische Erfindung. Wir werden eine bestimmte Sorte handgeschöpften Reispapiers benutzen, dessen heutige Herstellungsweise der traditionellen alten Methode von vor 2000 Jahren ähnelt. Dieses spezielle Papier ist besonders saugfähig; das Papier kann die Tusche so aufnehmen, dass die Spur des Pinsels – also die Strichführung in ihrer charakteristischen Bewegung – widergegeben wird, sodass man erkennen kann, wie der Schreibende seine Kraft und Geschwindigkeit einsetzt. Zusätzlich wird für die ersten Versuche ein spezielles Übungspapier mit Kästchen zur Verfügung gestellt.

Yan – Der Reibstein. Dieser dient als Untergrund zum Tuschereiben. Der Reibstein ist ein besonders wertvoller Gegenstand – er begleitet einen Kalligraphen sein Leben lang. Sein literarischer Name lautet „Tusche-Meer“ und ist so Symbol für das Schreiben.

Kosten
Für die Bereitstellung der Schreibutensilien inkl. Übungsmappe fallen zusätzliche Kosten von 30 Euro an.

Die Schreibutensilien können zu Beginn des Workshops bei Wang Ning erworben und anschließend mit nach Hause genommen werden.
ZurueckButtonIm Set mit inbegriffen ist eine eigens von Wang Ning zusammengestellte Übungsmappe, die den TeilnehmerInnen eine übersichtliche Einführung in die chinesische Kalligraphie gibt und so ein selbstständiges Fortsetzen der Übungen zu Hause ermöglicht.

Autor: Wang Ning

Fotois: Wang Ning und Taiji Forum