Das Andreaskreuz

Die Anordnung der 5 Elemente nach dem AndreaskreuzDie Anordnung der 5 Elemente nach dem Andreaskreuz

Der vorerst letzte Teil der Artikel-Serie zu der Lehre der 5 Elemente beschreibt, wie der Zyklus des Andreaskreuzes Qigong-Übenden Hilfestellungen geben kann. Ergänzend zum Pentagramm bietet die Anordnung der 5 Elemente nach dem Andreaskreuz eine gute Möglichkeit, den menschlichen Lebensweg ganzheitlich zu begreifen. (nk)

Die Anordnung der WUXING (5 Elemente) im Andreaskreuz

Für QIGONG-Übende stellen sich die WUXING in einem besonderen weiteren Zyklus dar, dem „ANDREASKREUZ“. Zusätzlich zum Pentagramm bietet die Anordnung der WUXING nach dem Andreaskreuz eine ausgezeichnete Möglichkeit, den menschlichen Lebensweg ganzheitlich zu sehen und zu begreifen. Das bedeutet für QIGONG-Übende, dass sie durch das Andreaskreuz Hilfestellung auf ihrem QIGONG-Weg finden können:

  • Durch diese Anordnung kann das Ziel unseres Lebens und die entsprechende Zielrichtung besser erkannt und definiert werden. Die Achse WASSER-FEUER zeigt dieses Ziel an.
  • Darüber hinaus werden im Andreaskreuz die Mittel und Instrumente aufgezeigt, die vorhanden sind und eingesetzt werden können, um den Weg zu diesem Ziel gehen zu können. Die Achse HOLZ-METALL offenbart die Mittel und Instrumente für diesen Weg.
  • Auch der sogenannte „rückläufige QIGONG- Weg“ kann durch das Andreaskreuz beschrieben werden. Wie der Name schon sagt, geht man auf diesem rückläufigen Weg in einer ganz bestimmten „umgekehrten Reihenfolge“ durch die Elemente. Dieser rückläufige QIGONG- Weg wird im 2.Band unseres Buches „Im Fluss des Lebens“ besprochen.

Das Andreaskreuz unterscheidet sich somit graphisch und auch inhaltlich vom Pentagramm, da das Element ERDE in der Mitte des Kreuzes positioniert ist und die übrigen 4 Elemente sich in Kreuz- oder auch Achsenform gegenüberstehen. Die Achsen des Kreuzes sind zum einen mit den Elementen HOLZ und METALL, zum anderen mit den Elementen FEUER und WASSER besetzt. Dabei kreuzen sich die beiden Achsen nicht im rechten Winkel, sondern zwei spitze und zwei stumpfe Winkel ergänzen sich zum 360°-Kreis. So erinnert das Andreaskreuz an das allgemein bekannte Warnkreuz vor Bahnübergängen, insbesondere vor unbeschrankten Bahnübergängen, das tatsächlich auch mit Andreaskreuz benannt ist. Diese Kreuzform vermittelt dort, wie auch in unserem Fall, eine Bewegung und DYNAMIK, die auf dem Weg durch den Zyklus der Elemente als Weg zur Lösung von Blockaden und Barrieren und auf den Weg der Arbeit an unserer Weiterentwicklung hinweist. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass das Andreaskreuz den QIGONG-Weg symbolisch mit den Inhalten der entsprechenden Elemente beschreibt:

  • Die Elementqualitäten von HOLZ und METALL repräsentieren die Mittel, die Instrumente, die auf dem QIGONG-Weg eingesetzt werden können, um den Weg zu gehen und das Ziel zu erreichen.
  • Dieses Ziel und der Weg dorthin wird durch die 2. Achse mit den Elementen FEUER und WASSER repräsentiert, d. h. die Elementqualitäten von FEUER und WASSER zeigen an, worum es auf dem QIGONG-Weg eigentlich geht.
  • Das Element ERDE steht in der Mitte des Andreaskreuzes. Zitat aus den Zuordnungstabellen des Elements Erde: „Als äußerlich YIN (ruhend) und innerlich YANG (veränderlich), ist die Erde Quelle der vitalen Kräfte des Lebens. Sie ist Ursprung und Mittelpunkt, Speicher aller Energien und gleichzeitig nährende Quelle aller anderen Elemente …“

Andreaskreuz_Wuxing

Durch die Stellung der Erde in der Mitte kreuzen sich hier beide Achsen. Das bedeutet, dass auf unserem Weg durch die einzelnen Elemente eine Rückkehr zur Erde nach jedem Element erfolgen muss. Damit kommt der Erde eine wichtige, zentrierende Aufgabe zu: Wir müssen immer wieder zur Erde zurückkommen, in Harmonie oder Disharmonie, mit gelösten und auch mit ungelösten Fragen oder Aufgaben. Durch diese Rückkehr zur Erde, zu unserer Mitte, und damit zu unserer Körperlichkeit, können wir uns regenerieren und auch harmonischen Kräfte leben. Die mitgebrachten disharmonischen Kräfte aus den anderen Elementen werden sich allerdings nach und nach in unserer Körperlichkeit niederschlagen und an besonderen Plätzen gespeichert werden, wodurch Blockaden mit Kranksein resultieren. Durch unsere QIGONG-Praxis können diese Speicherungen aufgedeckt, nach und nach bearbeitet und aufgelöst werden. So kommt die fließende Energie wieder nach jedem Durchlauf eines Elements zur Erde zurück, um hier zu regenerieren, neue Kräfte zu sammeln und sich
zu erholen, bevor sie ins nächste Element weiterzieht. Das Andreaskreuz vermittelt also ganz
konkret, aber von einer anderen Sichtweise aus, was mit dem „Weg zum wahren Menschen“, dem „ZHENREN“ gemeint ist. Es ist der gleiche Weg, den C. G. Jung mit „Weg der Individuation“ benannt hat. Als angestrebtes Ziel versteht man hierunter die Vereinigung der bewussten und der unbewussten Bereiche der menschlichen Psyche, weil ein Mensch erst durch diese Vereinigung in seine Ganzheit, in seine vom Beginn des Lebens an gegebene Einheit zurückkommen kann und wird. Der QIGONG-Weg ist also ein Entwicklungsweg des Menschen in seiner körperlichen, psychisch-seelischen und geistigen Ganzheit, ein Weg der Weiterentwicklung in die Einheit zum „Höheren Selbst“, dem ZHENREN, dem „WAHREN MENSCHEN“.

Surftipps zu der 5 Elemente Lehre

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Autoren: Dr. Gerhard Wenzel und Norbert Herwegh

Fotos: Eagle Verlag (Franz Mittermair), Dr. Gerhard Wenzel Norbert Herwegh, Taiji-Europa, Ruppert. Grafikerin: Christine Pirker