Interview mit Faye Yip

Über die Interviewte

Interview mit Faye YipFaye Yip ist eine Qigong– und Taijiquan-Lehrerin aus UK. Zusammen mit ihrem Ehemann, Tary Yip, hat sie die British Health Qigong Association (HBQA) initiiert, die Gesundheitsqigong und Taijiquan im Vereinigten Königreich bekannter machen möchte. Die BHQA ist Mitglied des Dachverbandes “International Health Qigong Association”, deren Wurzeln und zugleich deren größter nationaler Teilverband, die Chinese Health Qigong Association, in der Volksrepublik China liegen.

Mit hochrangigen Kontakten in die offizielle Taijiquan Gemeinschaft und Familienverbindungen in China auf der einen und ihrem eigenen Familien- und Schulleben im UK auf der anderen Seite, wandert Faye zwischen den Welten.

Wenn sie nicht Workshops in verschiedenen Ländern unterrichten, sind Faye und Tary in ihrer eigenen Schule in Telford, UK, beheimatet. Die Schule fungiert zugleich als internationaler Zweig des Deyin Taijiquan Institute. Letzteres wurde von Faye’s Vater, Li Deyin, einer prominenten Figur der Entwicklung des Taijiquan in China, gegründet.

Interview mit Faye Yip Teil 1 – Die frühen Jahre – Training als Kind

Wann hast du mit Taijiquan oder Qigong angefangen? Mit was von beidem hast du überhaupt begonnen?

Ich habe mit Wushu, das ist so etwa wie Kungfu, Shaolin-Stil angefangen als ich so etwa sieben oder acht Jahre alt war, gerade als ich mit der Grundschule anfing. Zu dieser Zeit gab es nicht allzu viele Alternativen was das Spielen anging. Und ich liebe die Kampfkünste: die Bewegungen –  ich finde sie sehr faszinierend und fing einfach an sie aufzuschnappen. Und zum Glück hatte ich Orientierung durch meine Familie – ich konnte sehr leicht Lehrer finden und so fing ich einfach an. Ich fand eine Übereinstimmung in meinem Geist mit der Art und Weise, wie sie sich bewegen und ihre Körper frei einsetzen können und die Balance… So fing ich mit Kungfu an und dann begann ich mit Tai Chi-Training, richtigem Training, als ich etwa elf war – ich denke zehn oder elf. Gerade zu der Zeit zog mich etwas im Tai Chi an. Wieder fing ich an zu lernen. – Dazu vielleicht: Wushu ist der allgemeine Name für alle Chinesischen Kampfkünste. Wörtlich bedeutet es die Kunst der kriegerischen Fähigkeiten und natürlich ist Tai Chi ein Zweig darin. Wir sprechen heute von Tai Chi als einer gesonderten Sache, aber wenn ich sage „als ich mit Wushu angefangen habe“, geht es mehr um die Geschwindigkeit, die Kraft, den äußeren Aspekt des Trainings – aber man kann den äußeren Aspekt niemals vollständig vom inneren Aspekt trennen. Sie gehen immer in bestimmten Verhältnissen Hand in Hand, aber wenn man kleiner und jünger ist, sieht man das Innere nicht und so ist alles, was man sieht die Kraft und die Geschwindigkeit.

Du hast also mit Kungfu angefangen und dann „richtiges Tai Chi-Training“ – so deine Worte. Wie ging es weiter?Faye Yip Tai Chi Fächer

Es war ein wöchentlicher Kurs und jede Woche hat es mir sehr viel Spaß gemacht zu dieser Zeit. Ich habe das Training immer genossen und es nicht als lästige Aufgabe empfunden. Ich hatte Freunde, die mit mir trainiert haben, wir waren Teil eines Teams, wir haben uns gegenseitig ermutigt und angespornt. Also, viel Gelächter in meinen Erinnerungen, wie ich als junger Mensch trainiert habe. Aber auch viel harte, harte Arbeit – aber diese harte Arbeit zahlte sich immer irgendwie aus als Fortschritt und als Freundschaft und diese Dinge. Es war eine regelmäßige Beschäftigung. Ich freute mich immer auf das Training als ich jung war.

So war es als du mit Taijiquan anfingst, um die Zeit herum als du elf Jahre alt warst – und wie ging die Reise weiter?

Sie ging weiter und weiter und ich wurde einbezogen in Vorführungen und Wettkämpfe. Das war es, was es zu der Zeit als Trainingsmöglichkeiten gab und es wuchs immer mit mir mit. Meine Hobbies drehten sich immer alle darum. Ich habe viele Freundschaften geschlossen auf diesem Weg und ich denke, dass hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben, weil ich nicht sehr extrovertiert war als ich aufwuchs, in der Schule. Ich war nicht wirklich die lauteste, die am meisten raus ging – so wurde dies mein Weg, Freunde zu finden und mein eigenes Selbstvertrauen zu entwickeln. Dies half mir viel beim Lernen und auch, dass ich Medaillen in Wettkämpfen gewann. Bis ich auf das College ging, denn da fing ich an… – Ich kam auf die Universität und als meine Freunde herausfanden, dass ich Tai Chi und chinesisches Wushu machte, wollten einige meiner Kumpels das lernen und fragten: Kannst du es uns zeigen? Kannst du das machen? – so fing ich an ein bißchen zu unterrichten, im Rahmen des Colleges an meiner Universität, bis ich rüberkam, bis ich nach UK ging. – So war die Entwicklung, wenn du so willst. Ich reiste viel mit meinem Vater zu seinen Trainingslagern und traf viele Athleten, hochrangige und Elite-Athleten. Ich habe viel gelernt und wenn er reist, fährt mein Vater in [verschiedene] Teile von China zu Wettkämpfen. Er hat mich gewöhnlich mitgenommen und ich habe geguckt und viel von den alten, erfahrenen Menschen gelernt, sowohl von den Athleten als auch von den Lehrern. Ich nahm die Möglichkeit ihn zu begleiten wahr, um von verschiedenen Leuten, verschiedenen Sportlern und auch von ihren Trainern zu lernen. Das ist alles Teil von dem, wie ich es empfunden habe – weißt du – wie eine Freundschaft, die sich entwickelt und mir Selbstvertrauen gibt [und] tiefere Einsicht in die Erfahrung von Leuten, die Vieles vor mir gemacht haben.

Nils Klug führte dieses Interview 2016 anläßlich eines 8 Brokate Workshops im Tai Chi Studio Hannover.

Fotos: Taiji Forum und Faye Yip

Interview mit Faye Yip Teil 2 – Turnierlandschaft im Tai Chi

Faye Yip (Telford, UK) – Qigong

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